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Biografie Franck Bohbot

Der 1980 in Longjumeau im Süden von Paris geborene Franck Bohbot zog 2013 nach New York, wo er heute noch in Brooklyn lebt. Er ist ein Dokumentarist mit einem Auge für das Theatralische, der über den Film zur Fotografie gefunden hat. Auch wenn er sich ab 2008 ganz und gar der Fotografie widmete, zuerst als Standfotograf für Kurzfilme, sind Form und Ästhetik seiner Arbeiten durch die kinematografische Form geprägt. Bohbots fotografisches Werk ist zwischen Realität und Fantasie, Dokumentation und Erzählung angesiedelt, sodass jede Einstellung – um eine Formulierung von Nan Goldin zu verwenden – wie ein Standfoto aus einem Film wirkt, den es nicht gibt. Er lässt sich von so unterschiedlichen Künstlern wie Jeff Wall, Luigi Ghirri, Bernd und Hilla Becher, Edward Hopper, William Eggleston sowie Martin Scorsese inspirieren.

Bohbot wählt immer wieder einen formalen, typologischen Ansatz für seine visuellen Erzählungen, der die surrealen Symmetrien unserer gebauten Welten betont. Zugleich fängt er die Poesie alltäglicher Orte mit einzigartiger Aufmerksamkeit für das Wechselspiel von Licht und Farbe ein, die er als Werkzeuge der Nostalgie einsetzt, wenn er Verlust und Veralterung untersucht. Dabei schafft er Fotos, die nicht nur davon handeln, was sich im Bildausschnitt abspielt, sondern ebenso davon, was nicht sichtbar ist oder fehlt. Er gibt öffentliche Räume, Straßenszenen und Architekturen mit einer unverkennbaren malerischen Palette wieder und dokumentiert unbelebte Gebilde mit einer Sensibilität, die man sonst nur von Porträts des Menschen kennt. Ganz so, als würde er ein imaginäres Archiv der sozialen Räumen für eine postapokalyptische Zeitkapsel aufbauen.

Sein hochgelobtes Werk ist in vielen internationalen Publikationen erschienen. Die Liste seiner Auszeichnungen umfasst unter anderem den International Photography Award 2013 für „Swimming Pool“ und den Archifoto Prize 2014 für „Chinatown“. 2013 erhielt Bohbot vom Louvre den Auftrag, die Galerien des Museums zu fotografieren, und im selben Jahr begann er mit seinen nächtlichen Streifzügen durch New York, Light On.

2014 wurde seine „Chinatown“-Serie in der Gruppenausstellung „Les Couleurs de l’Architecture“ in der Galerie La Chambre in Straßburg gezeigt und 2015 seine Serie „Swimming Pool“, das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit dem britischen Modeschöpfer Paul Smith, in einer Einzelausstellung in der Space Gallery in Shibuya, Tokio. Im gleichen Jahr begann er zwei neue Bildserien, eine auf den Straßen von Tokio und eine andere unter dem Titel „I Am an Actor“ über die Kluft zwischen der Leidenschaft für ihren Beruf und dem alltäglichen Überlebenskampf von Schauspielern. Bohbot wird durch die Agentur INSTITUTE vertreten.  www.franckbohbot.com

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